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Andalusien - Culture


Andalusien Culture

Andalusien ist bekannt für seine maurische Architektur, Flamenco, Kunst und Literatur. Obwohl nur wenige große Gebäude aus der Maurenzeit vollständig erhalten sind, gehören die Mezquita von Córdoba, die Alhambra in Granada und die Giralda in Sevilla zu den eindrucksvollsten ihrer Art. Zahlreiche bildende Künstler - u. a. Zurbarán, Velázquez, Cano, Montañés, Roldán, Goya, Picasso - haben sich von dieser Region inspirieren lassen. Sevilla, die mächtigste Stadt in den Anfängen des christlichen Andalusiens, war lange Zeit die Heimat bedeutender Künstler. Davon zeugen beispielsweise die Altaraufsätze der Kathedrale, die als barockes Meisterwerk gelten.

Nichts hat die andalusische Mentalität musikalisch so geprägt wie der Flamenco. Diese Art des Gesangs, der Musik und des Tanzes, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts unter den andalusischen Zigeunern entstanden ist, färbte auch auf andere Musikformen ab. Der Flamenco hat seine Wurzeln in den herzzerreißenden, tragischen Klageliedern der Zigeuner, die unter Vertreibung und Repression zu leiden hatten.

Die andalusische Literatur beginnt mit zwei Schriftstellern aus Córdoba: Seneca und dessen Neffe Lukan. Das 11. Jahrhundert erlebte eine Blütezeit arabischer und hebräischer Poesie und während des so genannten Goldenen Zeitalters (Mitte 16. bis Mitte 17. Jahrhundert) arbeiteten in Sevilla verschiedene Dramendichter und Autoren wie Herrera, Lope de Vega, Góngora und Cervantes. Granada ist der Geburtsort von Federico García Lorca, des berühmtesten spanischen Dichters aus dem 20. Jahrhundert.

Natürlich ist es nicht möglich, über Andalusien zu sprechen, ohne dessen Musik zu erwähnen. Sie beeinflusste nicht nur den größten spanischen Komponisten, den in Cádiz geborenen Manuel de Falla, sondern auch Isaak Albéniz und Enrique Granados y Campiña.

In ganz Andalusien wird Spanisch - genauer gesagt castellano- gesprochen, aber nur wenige Andalusier halten sich an die korrekte Ausprache. Im Folgenden einige wichtige spanische Ausdrücke:

Hallo! Hola!

Auf Wiedersehen! Adiós!

Bitte! Por favor!

Danke! Gracias!

Gern geschehen. De nada.

Ich verstehe (nicht). (No) entiendo.

Ich hätte gerne eine Hin- und Rückfahrkarte. Quisiera un billete de ida y vuelta.

Ich möchte zum/zur ... Quiero ir a ...

Ich suche ... Estoy buscando ...

mein Hotel mi hotel

das Schloss el castillo

die Kathedrale la catedral

die Kirche la iglesia

den Marktplatz la plaza mayor

Ich hätte gerne das Tagesgericht. Quisiera el menú del día.

In Spanien spielt der Katholizismus eine überragende Rolle, Andalusien ist da keine Ausnahme. Viele der großen fiestas haben einen religiösen Hintergrund und die prächtigsten Gebäude sind Kathedralen oder Kirchen. Obwohl Spanien seit 1978 keine Staatsreligion mehr hat, subventioniert der spanische Staat die katholische Kirche nach wie vor sehr stark und ein Sechstel der Schulen untersteht katholischen Orden. Parallel dazu gibt es auch eine große antiklerikale Tradition im Land, insbesondere in Andalusien. Die andalusischen Anarchisten und andere Revolutionäre des 19. Jahrhunderts sahen in der Kirche einen ihrer Hauptfeinde, die es zu bekämpfen galt. Ihren blutigen Höhepunkt erreichte diese Auseinandersetzung während des Bürgerkriegs. Obwohl im spanischen Mittelalter auch Muslime und Juden eine bedeutende Funktion innehatten, ist ihr Einfluss heutzutage eher gering. Die Muslime sind überwiegend emigriert und die jüdische Gemeinschaft beläuft sich nur noch auf einige Tausend Mitglieder. 490 Jahre nach ihrer Vertreibung durch die katholischen Könige wurden sie 1982 von offizieller Seite eingeladen, wieder nachSpanien zurückzukehren.

Die Andalusier sind im Allgemeinen tolerant und unkompliziert. Man sollte sich jedoch darauf einstellen, dass sie ein eher unverkrampftes Verhältnis zur Zeit haben: la tarde (der Nachmittag) beginnt nicht vor 16 oder 17 Uhr und dauert bis 21 oder 22 Uhr. Demzufolge sind auch die spanischen Essenszeiten für deutsche Mägen oft gewöhnungsbedürftig und man sollte seine innere Uhr rechtzeitig auf die Ortszeit einstellen.

Wie für die mediterrane Küche typisch, wird auch in Andalusien viel Olivenöl, Knoblauch, Paprika sowie Zwiebeln und Tomaten verwendet. Traditionellerweise bekommt man einfache Hausmannskost, die aus frischen Produkten (Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte) zubereitet wird; eine gute sopa de mariscos (Meeresfrüchtesuppe) ist so reichhaltig, dass sie eine Mahlzeit für sich darstellt. Die Vielfalt der lokalen Küchen spiegelt gleichzeitig die geografischen Unterschiede der Region wider: geräucherter Bergschinken in Granada, chocos (kleine Tintenfische), boquerones (Anchovis) und Rauchfleisch in Huelva und Wildgerichte in Jaén. Das typisch andalusische Frühstück besteht wie überall in Spanien aus einer tostada (Scheibe Toastbrot), die mit allem möglichen belegt sein kann: mit Olivenöl und Knoblauch, mit manteca (Schweineschmalz) und rotem Paprikapulver, mit sobrasada (einer Art chorizo, der spanischen Paprikawurst) oder einfach mit zerdrückter Tomate. Sevilla ist der ideale Ort, um bei einem Kneipenbummel die berühmten tapas zu probieren - diese Appetithäppchen sind fester Bestandteil spanischer Lebensart. Zu den andalusischen Tapa-Spezialitäten zählen ganz wesentlich die Innereien: sesos (Hirn), callos (Kutteln), riñones (Nieren) und sogar criadillas (Stier- oder Lammhoden). Passend dazu gibt es entweder sangría, einen erfrischenden Punsch aus Wein und Früchten, oder natürlich einen der vielen herrlichen Weine der Region.



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