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Vereinigte Arabische Emirate - History


Vereinigte Arabische Emirate History

Die frühesten Besiedlungen der VAE gehen auf die Bronzezeit zurück. Im 3. Jahrhundert v.Chr. entstand nahe der Stelle des heutigen Abu Dhabi eine als Umm an-Nar's bekannte Kultur, deren Auswirkungen bis weit ins Innere und entlang der Küste des heutigen Oman zu spüren waren. Die Griechen sorgten für den nächsten wichtigen kulturellen Einfluss. In Meleiha, etwa 50 km von Sharjah entfernt, sowie in Al-Dour im Emirat Umm al-Qaiwan fand man Ruinen mit auffällig hellenistischen Merkmalen. Im Mittelalter war die Region Teil des Königreichs von Hormuz, das den Zugang zum Golf und einen Großteil des Handels in der Golfregion kontrollierte.

Die Portugiesen stießen 1498 in die Gegend vor, und im Jahre 1515 besetzten sie Julfar in der Nähe von Ras al-Khaimah. Sie errichteten eine Zollstation und belegten den blühenden Handel der Golfregion mit Indien und dem fernen Osten mit Steuern. Die Portugiesen blieben bis etwa 1633. Danach kamen die Briten, die Mitte des 18. Jahrhunderts begannen, ihre Seemacht im Golf auszuüben. Die Briten gerieten in Konflikt mit der Qawasim-Stammeskonföderation, einem Seefahrerclan, dessen Einfluss sich bis auf die persische Seite des Golfes erstreckte. Die Briten ernannten das Gebiet zur Piratenküste und setzten zum Angriff gegen die Qawasim an. Im Jahre 1820 zerstörte bzw. eroberte eine britische Flotte systematisch jedes Qawasim-Schiff, das sie aufspüren konnte. Die Briten zwangen neun arabischen Scheichtümern einen allgemeinen Friedensvertrag auf und errichteten eine Garnison in der Region. Als sich das Leben langsam wieder beruhigte, begann man in Europa, die Gegend als die Trucial Coast (Waffenstillstandsküste) zu bezeichnen, ein Name, der ihr bis 1971 erhalten blieb.

Von allen Beduinenstämme im Inland ging während dieser Periode die größte Macht von der Bani Yas-Stammesföderation aus. Sie setzte sich zusammen aus Vorfahren der heutigen Herrscherfamilien von Abu Dhabi und Dubai. Die Bani Yas waren ursprünglich in Liwa angesiedelt, einer Oase am Rand des Empty Quarter, zogen aber später - 1739 - nach Abu Dhabi. Neben der Kamelzucht und der Landwirtschaft in kleinem Rahmen kassierten sie auch Schutzgelder von den vorüberziehenden Karawanen. Nach dem britischen Verbot der Sklaverei entlang der Küste übernahmen die Bani Yas den Sklavenhandel und Buraimi wurde zum wichtigsten Sklavenmarkt im Osten Arabiens - eine Funktion, die die Stadt bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts beibehielt.

Die Briten zeigten kein besonderes Interesse an den Aktivitäten der Beduinen. Sie konzentrierten sich vielmehr auf die Absicherung ihrer Verbindungslinien nach Indien sowie darauf, europäische Konkurrenten - z.B. Frankreich und Russland - von der Region fern zu halten. Im Jahre 1892 errichteten sie ein formelles Protektorat über die Trucial Coast, überließen die Gegend allerdings bis ins frühe 20. Jahrhundert den Fischern, Perlentauchern und Beduinen, ohne sich großartig einzumischen. Während eines Großteils der Kolonialherrschaft war Sharjah das bevölkerungsstärkste und mächtigste Emirat. Im ausgehenden 19. Jahrhundert verlor es jedoch an Einfluss - zugunsten von Abu Dhabi, welches später wiederum von Dubai in den Schatten gestellt wurde.

Die Aussicht auf ÷l änderte schließlich die bis dahin lässige Haltung der Briten. Bevor man jedoch Erdölkonzessionen vergeben konnte, mussten die Grenzen zwischen den verschiedenen Scheichtümern festgelegt werden. Da die einheimischen Herrscher nicht in der Lage waren, sich zu einigen, blieb es den Briten überlassen, die sieben Emirate abzugrenzen, die später die VAE bilden sollten. Die erste Erdölkonzession wurde 1939 erteilt, allerdings sollte es noch weitere 14 Jahre dauern, bis man tatsächlich auf ÷l stieß. Abu Dhabi begann 1962 mit dem Export und wandelte sich nach und nach vom ärmsten Emirat in das reichste. In der Zwischenzeit verwendete Dubai seine Energien darauf, seine Reputation als lebhaftester Handelsplatz der Region zu untermauern. Im Jahre 1966, als hier ÷l gefunden wurde, galt die Stadt bereits als erfolgreiches Unternehmen'. Die anderen Scheichtümer hatten weniger Glück und mussten von nun an Abu Dhabi um Unterstützung bitten.

Die Ankündigung der Briten 1968, den Golf 1971 verlassen zu wollen, war für die meisten herrschenden Scheichs einen Schock. Großbritanniens ursprünglicher Plan bestand darin, einen einzelnen Staat - bestehend aus Bahrain, Katar und der Trucial Coast - zu gründen, aber dieser scheiterte unmittelbar. Verhandlungen führten schließlich zur Unabhängigkeit Bahrains und Katars sowie zur Bildung einer neuen Föderation - der Vereinigten Arabischen Emirate - im Jahre 1971. Damals taten viele Außenstehende die VAE als ein lose zusammengefügtes, künstliches und zum Großteil britisches Gebilde ab. Das entsprach zwar zum Teil der Wahrheit, jedoch waren sich die Emire der kleineren und ärmeren Scheichtümer bewusst, dass ihre Gebiete als unabhängige Staaten keine Überlebenschancen hätten. Trotz der schlechten Prognosen entwickelten sich die VAE zu einem wichtigen internationalen Geschäftszentrum sowie zu einem der stabilsten und friedlichsten Länder in der arabischen Welt.

Allerdings brachte die politische Situation der VAE auch Streitigkeiten mit sich. Diskussionen über die Grenzen zwischen den Emiraten wurden die ganzen 70er Jahre hindurch geführt, und das Ausmaß der Integration der sieben Scheichtümer bleibt ein permanenter Streitpunkt. Die VAE entsandten 1990-91 Truppen zur Unterstützung der Anti-Irak-Koalition, und außerdem wurden hier in den Monaten vor der Befreiung Kuwaits ausländische Soldaten stationiert. Die sowieso schon starken Verbindungen zum Westen wurden dadurch weiter intensiviert, was die VAE - insbesondere Dubai - jedoch nicht davon abhielt, auch gute Beziehungen zum Iran zu pflegen. Anfang 1998 hatten die VAE mit fallenden ÷lpreisen zu kämpfen, die in den ersten drei Monaten des Jahres um 35% sanken und die Einnahmen der Regierung, die zu 70% aus dem ÷lgeschäft stammen, erheblich beeinträchtigten.

Dafür nahmen die Rivalitäten zwischen den Scheichtümern 1999 ein geradezu märchenhaftes Ende: Der Kronprinz von Dubai vermählte sich mit der Tochter des Monarchen von Abu Dhabi (der zugleich Präsident der VAE ist) und brachte damit die beiden Emirate sowohl öffentlich als auch privat zusammen. Ihre Zukunft gestaltet die Föderation dagegen zweifelsohne mit modernen Instrumenten: Eine Börse und andere wirtschaftliche Reformen sind in Arbeit, und im Jahr 2000 wurde der fünfte Jahrestag des Dubai Shopping Festival - bei dem sich Einkäufer aus der ganzen Welt durch Massen von Waren wühlen können - gefeiert.



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